12. bis 14. Dezember 2017
Plenarsaal Bonn
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Dr. Birgit Schauerte

Profitieren von Betriebsnachbarschaften - Kooperation im Gesundheitsmanagement

Dr. Birgit Schauerte
Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH

Zum Fachforum:

Für Unternehmen liegen die Herausforderungen des demografischen Wandels u.a. in älter werdenden Belegschaften und einem Mangel an qualifizierten Fachkräften. Diese Rahmenbedingungen stellen insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen (< 50 Mitarbeiter) vor große Herausforderungen. Die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten und die Positionierung als regional attraktiver Arbeitgeber werden damit zum erfolgsbestimmenden Wettbewerbsfaktor.

Damit auch kleinere Unternehmen stärker von BGF-Maßnahmen profitieren können, wurden im Projekt „GeMit - Gesunder Mittelstand Deutschland“ der INQA Check „Gesundheit“ sowie ein Konzept für die überbetriebliche Verbundbetreuung von Klein- und Kleinstunternehmen entwickelt und erprobt. Der in diesem Kontext entwickelte Leitfaden für Betreuung von Betriebsnachbarschaften steht nun allen Krankenkassen und BGF-Experten deutschlandweit für eine zielführende Verbundbetreuung von Klein- und Kleinstunternehmen zur Verfügung.

Mit der Bearbeitung des INQA-Checks „Gesundheit“ erhalten kleinere Unternehmen Anregungen, Arbeitsbedingungen und -prozesse gesundheitsorientiert zu gestalten. Parallel dazu wurden in fünf Betriebsnachbarschaften deutschlandweit (mit bis zu 12 Unternehmen pro Nachbarschaft) analysebasiert (INQA-Check Gesundheit und Mitarbeiterumfrage) verhältnis- und verhaltenspräventive BGF-Maßnahmen überbetrieblich umgesetzt. Zu den Gesundheitsangeboten gehörten ein Schrittzählerwettbewerb für alle Beschäftigten der Nachbarschaft, Bewegungs- und Ernährungskurse beim nahegelegenen Fitnessstudio, Entspannungsangebote und Stressmanagementseminare bis hin zu Raucherentwöhnungskursen. Die Betriebsnachbarschaften wurden über 3 Jahre von einem Gesundheitscoach einer Krankenkasse und einem Repräsentanten des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) betreut.

Das Projekt wurde bis November 2017 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet.

Zur Referentin:

Dr. Birgit Schauerte studierte an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Rehabilitation und Prävention und schloss 2014 Ihre berufsbegleitende Promotion „Entwicklung und Evaluation eines Interventionskonzeptes zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei Beschäftigten in KMU“ ab.

Seit 2011 leitet Sie das Team "Forschung und Entwicklung" im Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg in Köln. Sie setzt mit Ihrem Team schwerpunktmäßig drittmittelgeförderte anwendungsorientierte Forschungsprojekte im Bereich der betrieblichen Prävention um.

Zur Initiative Neue Qualität der Arbeit:

Wie können Arbeitgeber und Beschäftigte Arbeit so gestalten, dass diese gesund und motivierend sowie für Unternehmen rentabel ist?

Im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit entwickeln Bundesregierung, Gewerkschaften und Wirtschaft seit mehr als zehn Jahren praktische Lösungen und Angebote für Beschäftigte und Unternehmen.

Mit den Angeboten unterstützt die Initiative Unternehmen in vier personalpolitischen Handlungsfeldern dabei, sich zukunftssicher aufzustellen: Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit sowie Wissen & Kompetenz. Sie ist Motor und Initiator regionaler Kooperationen, die Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch fördern.

www.inqa.de

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