Nach der Bundestagswahl –
Vor der Betriebsratswahl
12. bis 14. Dezember 2017
Plenarsaal Bonn
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Programm
Bonner BetriebsräteTag 2008


Veränderungen gestalten – Transparenz und Teilhabe sichern

BONN, „Welche Auswirkungen hat die Bankenkrise auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und somit auch auf Betriebsräte?“ Mit dieser aktuellen Fragestellung begann der diesjährige Bonner BetriebsräteTag. Vom 15. bis 16. Oktober diskutierten Mitbestimmungsprofis aus der ganzen Republik zu aktuellen (nicht nur) Betriebsrats-Themen. Unter dem Motto „Veränderungen gestalten – Transparenz und Teilhabe sichern“ führten Thorsten Halm und Dieter Rausch durch die Konferenz.

„Von der Unternehmenskultur zur Veränderungskultur“, mit diesem Expertenvortrag eröffnete Dr. Pierre Buet den diesjährigen BetriebsräteTag. Mit einer lebendigen Darstellung „seines“ Vorstandsbereichs „Veränderungsmanagement“ der RWE AG zog er die Zuschauerinnen und Zuschauer in seinen Bann. Sein Appell an die Anwesenden: Dinge, die zur positiven Veränderungen beitragen können, müssen vorgelebt werden, dann werden sie auch von anderen angenommen und gelebt.

Von dem Thema „Außertarif = Niedrigtarif? – Kollektivregelung für Außertariflich Beschäftigte“ handelt der Vortrag des Gesamtbetriebs-ratsvorsitzenden von Arcor und an der Akademie der Ruhr-Universität Bochum ausgebildeten Veränderungsmanagers Lars Kreer. Die fortlaufende Verbetrieblichung von Lohnsystemen und der Umgang der Kolleginnen und Kollegen wie Betriebsräten mit Außertariflich Beschäftigten wurden hier problematisiert und diskutiert.

Der Geschäftsführender Leiter der Gemeinsamen Arbeitsstelle Ruhr-Universität Bochum/IG Metall, Dr. Manfred Wannöffel, formulierte in seinem Vortrag „Entscheidend ist im Betrieb - Zehn Thesen zur Zukunft der qualifizierten Mitbestimmung“ die Demokratisierung der Wirtschaft durch Mitbestimmung der Beschäftigten über die Verwendung ihres Arbeitsvermögens und ihre materielle Teilhabe an den von ihnen geschaffenen Werten.

Arbeitnehmervertreter und Arbeitgebervertreter wurden gemeinsam auf die Bühne gebeten und zeigten „Neue Wege zur Betriebsvereinbarung“ bei den Stadtwerken Hannover. Daniel Kaufeld und Rolf Rademaker berichteten von dem schwierigen und langwierigen Prozess zu einer betrieblichen IT-Vereinbarung und von Deeskalationsstrategien, die in festgefahrenen Verhandlungssituationen weiterhelfen können.

Hartmut Klein-Schneider, Referatsleiter Mitbestimmungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, berichtete von wissenschaftlicher Seite „Licht und Schatten der Vertrauensarbeitszeit“. „Mit Vertrauensarbeitszeit ist es nicht getan, auf ihre Ausgestaltung kommt es an, ebenso wie die Zeitkultur, die in einem Unternehmen herrscht.“ So seine Aussage. Die Betriebsräte Jürgen Stolz und Lothar Giesen von EDS Itellium und Neckermann.de stellten ganz praktisch eine Handlungshilfe für Betriebsräte zum Umgang mit Zeitsouveränität, genauer Lebensarbeitskonten, vor, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss direkt mit nach Hause nehmen konnten.

Besonders engagiert zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des BetriebsratsTags bei dem Thema „Vergütung von Betriebsräten“. In einer lebendigen Diskussion, die durch Impulsbeiträge der beiden Moderatoren erweitert wurden, wurden die beiden Auffassungen zu „Betriebsrat als Ehrenamt“ und „Profession Betriebsrat“ gegenübergestellt und diskutiert. Die Konferenzteilnehmer erhielten umfangreiches Informationsmaterial zu diesem Thema.